| Veranstaltung: | Landesdelegiertenversammlung (LDV) am 9. Mai 2026 in Idar-Oberstein |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Wahlen Erweiterter Landesvorstand |
| Antragsteller*in: | Jutta Niel (KV Rhein-Lahn) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 08.04.2026, 11:59 |
eLaVo-1: Jutta Niel
Position
Erweiterter Landesvorstand
Bewerbung
Bewerbung zum erweiterten LaVo
Liebe Mitglieder,
mein Name ist Jutta Niel, ich bin 62 Jahre alt und lebe in Lahnstein. Verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Söhnen, bin ich Logopädin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung. Seit 2012 bin ich Mitglied bei den Grünen und habe bereits aktiv im Stadt- und Kreisvorstand sowie im Fraktionsvorstand auf Stadt- und Kreisebene mitgewirkt. Mein Engagement gilt insbesondere der Sozialpolitik. In der LAG Flucht und Migration sowie in der LAG Soziales bin ich aktiv, und im Arbeitskreis Behinderung setze ich mich, soweit es meine Zeit zulässt, für eine inklusive Gesellschaft ein. Eine Erfahrung, die mich besonders geprägt hat, ist die Realität der schulischen Inklusion. Oft werden Kinder mit Förderbedarf der Regelschule im Nachbardorf zugeordnet, da diese als Schwerpunktschule gilt. Diese Kinder müssen jedoch ihren Schulweg mit dem öffentlichen Nahverkehr bewältigen – eine enorme Herausforderung für sie und ihre Familien. Wir müssen sicherstellen, dass inklusives Lernen nicht nur ein Konzept bleibt, sondern auch praktisch umgesetzt wird, ohne die Kinder vor zusätzliche Hürden zu stellen. Es ist mir ein großes Anliegen, die Sozialpolitik wieder stärker in den Fokus der Grünen zu rücken und uns nicht von anderen Parteien, insbesondere den Linken, das Thema abnehmen zu lassen – denn soziale Gerechtigkeit gehört zur DNA der Grünen. Die aktuelle Regierungspolitik kritisiere ich scharf: Der Haushalt 2026 wird auf Kosten der Mehrheit der Menschen gestaltet. Fehlende Entlastungen, zu geringe Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge und der Sozialabbau, etwa in der Jugend- und Eingliederungshilfe, sind nicht hinnehmbar. Die Wohnungsnot ist ein zentrales Thema, und die Bilanz beim bezahlbaren Wohnraum ist katastrophal. Es braucht dringend einen Mietendeckel, denn das Ziel des sozialen Wohnungsbaus ist kläglich gescheitert. Die Lebenshaltungskosten steigen, und viele Menschen, die arbeiten, kommen nicht über die Runden. Hohe Energiepreise und steigende Mieten belasten die Haushalte. Daher unterstütze ich Forderungen wie die Wiedereinführung der Vermögens- und Erbschaftsteuer, die Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte und den öffentlichen Nahverkehr sowie eine echte Kindergrundsicherung. Wir brauchen mehr Personal in Kitas und Schulen und ein verbessertes Psychotherapieangebot. Ich lehne die Aussetzung der Schuldenbremse für Rüstungsausgaben ab, wenn gleichzeitig Mittel für soziale Projekte fehlen. Stattdessen setze ich mich für eine humane Flüchtlingspolitik ein, die gegen die neuen Richtlinien der GEAs steht. Härtefallkommissionen und Integrationskurse sind essenziell für die Integration von geflüchteten Menschen. Von 2017 bis 2019 habe ich mich ehrenamtlich in der Sprachförderung für Flüchtlingskinder und Kinder mit Migrationshintergrund engagiert, und ich weiß, wie wichtig eine gute Sprachvermittlung ist. Ein weiteres Herzensthema ist die Vermittlung von Sprache durch Musik und Bewegung. Leider wird in vielen Schulkonzepten zu wenig auf Methoden wie Brain Gym eingegangen, die das Lernen erleichtern. Diese Erfahrungen möchte ich in die Arbeit im erweiterten Landesvorstand einbringen. Schauen wir in die Zukunft: Jugendliche auf dem Land benötigen mehr Perspektiven. Grüne Politik sollte wieder attraktiv und zukunftsweisend sein, denn die Klimakrise wird vor allem die jüngere Generation vor große Herausforderungen stellen. In der Zeit bis zur nächsten Wahl sollten wir gemeinschaftsstärkende Projekte begleiten, die uns in der Gesellschaft Glaubwürdigkeit zurückbringen. Sei es durch niedrigschwellige Angebote auf Gemeindefesten, Gespräche mit Jugendlichen auf dem Skaterplatz oder die Unterstützung von Naturprojekten an Schulen – hier ist Kreativität gefragt, und ich möchte mich mit meiner Expertise einbringen. Ich bitte euch um euer Vertrauen und eure Stimme, um gemeinsam für eine sozial gerechte und inklusive Politik zu kämpfen. Lasst uns die sozialen Themen wieder ins Zentrum unserer Arbeit rücken und für eine starke grüne Stimme in der Gesellschaft sorgen.
Vielen Dank!
Jutta Niel
Biografische Daten
Jutta Niel
Geb.am 08.03.1964
Wohnhaft in Lahnstein
Beruf: Logopädin
Mitglied bei den Grünen seit 2012
Stadtvorstandsmitglied seit 2013 in unterschiedlichen Positionen
Im Rat der Stadt seit 2014
Fraktionsvorsitz seit 2022
Kreisvorstandsmitglied ( Rhein Lahn) seit 3,5 Jahren
Kreis Fraktionsvorsitz von 2019-2024, seit 2024 Stellvertretung