| Veranstaltung: | Landesdelegiertenversammlung (LDV) am 9. Mai 2026 in Idar-Oberstein |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Wahlen Erweiterter Landesvorstand |
| Antragsteller*in: | André Butscheike (KV Westerwald) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.04.2026, 11:21 |
eLaVo-2: André Butscheike
Position
Erweiterter Landesvorstand
Bewerbung
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir Grüne werden in der Bevölkerung wahrgenommen als die Partei, die Umwelt- und Klimaschutz konsequent denkt – und als die Partei, die dies auch wirklich umsetzt. Wer es mit der Natur und dem Klima ernst meint, kommt an uns nicht vorbei. Das gilt ebenso für unseren Einsatz gegen Rechtsradikalismus und für eine feministischere Gesellschaft.
Aber wir müssen auch ehrlich sein: In anderen zentralen Politikbereichen wie Bildung, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit wird uns diese Kompetenz bisher noch zu selten zugeschrieben. Man traut uns viel zu – aber noch nicht alles. Genau darin liegt unsere Aufgabe.
Denn unser Anspruch ist mehr als nur der einer Umwelt- und Klimaschutzpartei. Er endet hier nicht. Und er endet auch nicht bei Wahlergebnissen von 8–9 Prozent. Unser Anspruch ist Gestaltung und Mitbestimmung bei allen relevanten Themen. Opposition – im Bund wie im Land – ist für uns kein Rückzugsraum, sondern ein klarer Arbeitsauftrag: Wir müssen uns im Landesverband in den kommenden Jahren so aufstellen und ausrichten, dass bei der nächsten Regierungsbildung niemand an uns Grünen vorbeikommt.
Ich bin fest überzeugt davon, dass wir dies schaffen können. Dafür braucht unser Landesverband aber vor allem euch: eure Mitarbeit, euer Wissen und eure Ideen. Um euch aktiv einzubinden, muss der Landesverband für die Kreis- und Ortsverbände die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen.
Nach anderthalb Jahren im erweiterten Landesvorstand weiß ich inzwischen gut, wo bzw. wie dies bereits gelingt. Ich habe viele Menschen in unserem Landesverband kennengelernt und dabei immer wieder erlebt, wie viel Einsatz und Herzblut in unserer Partei steckt. Dieses Engagement ist im gesamten Land – von Betzdorf bis Pirmasens und von Bitburg bis Worms – spürbar: im Wahlkampf ebenso wie in der alltäglichen politischen Arbeit vor Ort.
Gleichzeitig habe ich durch Gespräche und eigene Beobachtungen erkannt, wo wir deutlich besser werden können. Unser starkes Wachstum auf inzwischen fast 8.000 Mitglieder bringt neue Herausforderungen mit sich. Strukturen, Kommunikation und Prozesse müssen Schritt halten.
Wenn wir dieses Wachstum nicht aktiv gestalten, verlieren wir Potenzial – und am Ende auch wieder Mitglieder. Wenn wir es hingegen richtig angehen, gewinnen wir enorm an politischer Schlagkraft: für unsere tägliche Arbeit vor Ort ebenso wie für die Kommunal-, Europa- und Bundestagswahl im Jahr 2029.
Genau hier will ich im nächsten erweiterten Landesvorstand mit anpacken – nicht abstrakt, sondern konkret. In meiner Zeit im erweiterten Landesvorstand habe ich bereits einzelne Veränderungen mit angestoßen und möchte diese in den kommenden zwei Jahren konsequent weiterentwickeln. Dabei helfen mir zudem auch meine Erfahrungen als Vorstand des Kreisverbands Westerwald, als Direktkandidat bei der letzten Landtagswahl sowie aus der Kommunalpolitik in meiner Verbandsgemeinde.
Meine konkreten Ziele für die Arbeit im erweiterten Landesvorstand:
1. Mehr Verbindlichkeit: eLaVo als echtes Arbeitsgremium
Ich will, dass sich der Erweiterte Landesvorstand von einem überwiegend beratenden Parteigremium zu einem Arbeitsgremium, das die Landesvorsitzenden aktiv unterstützt, weiterentwickelt. Dafür soll jedes eLaVo-Mitglied feste Kreisverbände betreuen, mindestens einmal im Quartal aktiv den Austausch suchen, Rückmeldungen strukturiert in den Landesvorstand zurückspiegeln und bei Bedarf auf Kreismitgliederversammlungen unterstützen. So bringen wir Kreisverbände und Landesvorstand noch enger zusammen. Gleichzeitig schafft dies Verlässlichkeit, klare Zuständigkeiten sowie kontinuierliche Kontakte.
2. Mehr Expertise nutzen: LAGen stärker einbinden
Wir haben enormes Fachwissen in unseren Landesarbeitsgemeinschaften – dieses müssen wir systematischer nutzen. Wenn wir diese Expertise frühzeitig und konstruktiv einbinden, können wir politische Positionen noch fundierter entwickeln. Dafür brauchen wir feste, niedrigschwellige Austauschformate zwischen LAG-Sprecher*innen, Landesvorstand/eLaVo und Fraktion. Für den Aufbau dieser Strukturen möchte ich werben und diese gleichzeitig aktiv mitgestalten.
3. Mehr Unterstützung vor Ort: Unterschiede ernst nehmen
Die letzten Wahlen in Rheinland-Pfalz haben deutlich gezeigt, dass unsere Ergebnisse regional stark variieren: Während wir in Städten wie Mainz, Koblenz oder Trier überdurchschnittlich stark sind, fallen sie in den meisten ländlichen Regionen – aber auch in Großstädten wie Ludwigshafen oder Kaiserslautern – um einiges schwächer aus. Diese Unterschiede müssen aber so nicht bleiben. Hierfür müssen wir Kreisverbände gezielter unterstützen – etwa durch konkrete Beratungsangebote, finanzielle Unterstützungen und mehr Präsenz vor Ort. Regionalbüros und ein Solidaritätsfonds können zentrale Bausteine sein, um nachhaltige Strukturen aufzubauen und politische Präsenz vor Ort zu stärken. Wichtig ist mir dabei, gemeinsam mit dem Landesvorstand und den Kreisverbänden passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln – und nicht über die Köpfe der Mitglieder vor Ort hinweg zu entscheiden.
4. Mehr Dynamik: Strukturen weiterentwickeln
Unsere Satzung und unsere Abläufe müssen zu unserer gewachsenen Größe passen. Ebenso, wie bei der Urabstimmung auf der Bundesebene, geht es auch in unserem Landesverband dabei nicht um punktuelle Korrekturen einzelner Satzungspassagen, sondern um einen gemeinsamen Entwicklungsprozess, der uns flexibler und handlungsfähiger macht. Ziel ist es, Entscheidungswege zu vereinfachen und unsere Arbeitsfähigkeit als Verband zu sichern, ohne unsere basisdemokratische Beteiligung zu stark einzuschränken. Diesen Prozess möchte ich durch parteiinterne Austauschformate aktiv mitgestalten und dabei Transparenz sowie Ergebnisoffenheit sicherstellen.
Ich bin überzeugt: Wir haben in unserem Landesverband alles, was wir brauchen, um in den kommenden Jahren noch stärker zu werden – engagierte Mitglieder, klare Werte und vielfältige Perspektiven. Jetzt kommt es darauf an, diese Kräfte zu strukturieren und daraus eine noch größere politische Durchsetzungskraft zu entwickeln.
Dafür bringe ich meine Leidenschaft für unsere Grüne Partei ein – gesprächsoffen, anpackend und verbindlich.
Ich bitte euch daher, meine Weiterarbeit im erweiterten Landesvorstand mit eurer Stimme zu unterstützen.
Biografische Daten
Privates und Berufliches:
- Geboren am 2. Januar 1986 in Gotha/Thüringen
- Lebe mit meiner Familie in Hundsdorf im Westerwald
- Verheiratet und Vater zweier Töchter im Alter von 8 und 11 Jahren
- 2004: Abitur
- 2004–2005: Grundwehrdienst
- 2005–2011: Lehramtsstudium für Biologie und Erdkunde an der Universität Jena, Abschluss: 1. Staatsexamen
- 2011–2012: selbstständig in der Gastronomie
- 2012–2014: Referendariat am Studienseminar Koblenz, Abschluss: 2. Staatsexamen
- 2014–2019: Lehrer am Gymnasium in Höhr-Grenzhausen
- Seit 2019: Lehrer am Gymnasium auf dem Asterstein in Koblenz
- Seit 2019: hauptamtlicher Fachleiter für Erdkunde am Studienseminar Koblenz
Politisches & ehrenamtliches Engagement:
- Seit 2020: Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- 2021–2023: erweiterter Kreisvorstand des Kreisverbands Westerwald
- Seit 2023: Sprecher des KV Westerwald
- Seit 2024: Mitglied des erweiterten Landesvorstands
- Seit 2024: Mitglied im Verbandsgemeinderat Ransbach-Baumbach sowie im Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport des Westerwaldkreises
- Seit 2014: Basketballjugendtrainer
- 2017–2025: Mitglied im Vorstand des Basketballverbands Rheinland