| Veranstaltung: | Landesdelegiertenversammlung (LDV) am 9. Mai 2026 in Idar-Oberstein |
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| Tagesordnungspunkt: | 6. Wahlen Erweiterter Landesvorstand |
| Antragsteller*in: | Matthias Jurczak (KV Ludwigshafen-Stadt) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 26.04.2026, 21:55 |
eLaVo-5: Matthias Jurczak
Position
Sprecher KV Ludwigshafen, Mitglied Ortsbeirat Süd
Bewerbung
Liebe Freundinnen und Freunde,
Klimaschutz hat bei der letzten Landtagswahl nicht die höchste Priorität gehabt. Das wissen wir. Aber wer die Nachrichten verfolgt, kann sehen: Die Krisen kommen näher! Die Reaktionen der GroKo in Berlin schockieren mich und meine große Sorge ist, dass auch Rheinland-Pfalz in diesen politischen Stillstand abrutscht.
Warum ich kandidiere
19,7 Prozent. Das war mein Ergebnis bei der Probewahl der 11. und 12. Klassenstufe an der IGS Edigheim nach der Podiumsdiskussion. Vorher: 3,1 Prozent. Was war passiert? Nichts Kompliziertes. Ich hatte zugehört, Fragen beantwortet, Haltung gezeigt. Kein Instagram-Reel, kein Algorithmus, kein perfekt geframtes Statement. Einfach Menschen, die mit mir gesprochen haben. Dieses Erlebnis steht für etwas, das ich im Landtagswahlkampf hundertfach erlebt habe. Sobald wir aus unserer Kommunikationsblase herauskommen und echte Gespräche führen, verändert sich das Bild der Grünen. An Haustüren. Auf Marktplätzen. In Betrieben. Überall dort, wo der Algorithmus nicht entscheidet, wer uns sieht, sondern wo wir selbst entscheiden, hinzugehen.
Ich bewerbe mich für den Erweiterten Landesvorstand, weil ich genau diese Erfahrung in die Landespartei einbringen will: Wir müssen raus. Zu den Menschen. Dorthin, wo sie sind und nicht nur dort, wo sie uns ohnehin schon folgen.
Was ich mitbringe
Als Sprecher des KV Ludwigshafen kenne ich die Realität der Basis. Ich weiß, wie Kreisverbände ticken, welche Ressourcen fehlen, wo Frustration entsteht und wo Motivation wächst. Ich habe erlebt, wie schwer es ist, zwischen Landespolitik und Kommunalwahlkampf zu vermitteln, wenn die Strukturen nicht ineinandergreifen und ich habe gelernt: Der Landesvorstand braucht einen engen Draht zu den Kreisverbänden. Dieser Austausch auf Augenhöhe ist das Rückgrat unserer Partei. Als Landtagskandidat habe ich monatelang Wahlkampf in einem Industriewahlkreis gemacht, in dem grüne Mehrheiten nicht vom Himmel fallen. Ich habe mit Schichtarbeiter*innen überTransformation gesprochen, mit Rentner*innen über Sicherheit, mit Jugendlichen über Zukunftsangst. Ich habe verstanden: Unsere Inhalte überzeugen, wenn wir sie verständlich machen und wenn wir zuhören, bevor wir antworten.
Und ich habe als Stadtrat und Ortsbeiratsmitglied gelernt, dass Politik im Kleinen anfängt, bspw. bei der kaputten Straßenlaterne, beim fehlenden Radweg, beim Spielplatz, den niemand pflegt. Wer das nicht ernst nimmt, verliert die Glaubwürdigkeit für die großen Fragen.
Wofür ich stehe: Drei Ziele für den Erweiterten Landesvorstand
1. Raus aus der Bubble – rein in die Gespräche
Wir haben ein Kommunikationsproblem. Nicht, weil unsere Inhalte schlecht wären, sondern weil wir zu oft in unseren eigenen Kanälen bleiben. Wir posten für die, die uns schon folgen. Wir diskutieren mit denen, die uns ohnehin zustimmen und wir überlassen das Bild der Grünen denen, die es verzerren – mit Algorithmen, in Kommentarspalten, durch Filterblasen. Mein Ziel: Wir brauchen eine Strategie für den analogen Raum. Bürger*innengespräche in Vereinsheimen. Präsenz auf Volksfesten. Diskussionen in Betrieben. Stände an Supermärkten. Orte, an denen Menschen uns nicht erwarten und genau deshalb zuhören. Das bedeutet viel Arbeit. Aber es funktioniert. Dafür brauchen wir keine teuren Kampagnen. Wir brauchen Formate, die Kreisverbände einfach umsetzen können. Leitfäden, Schulungen, Mut und die Botschaft: Geht dahin, wo es unbequem ist. Dort entscheiden sich Wahlen.
2. Strukturen stärken – die Basis in den Fokus nehmen
Viele Kreisverbände kämpfen. Mit wenigen Aktiven. Mit knappen Kassen. Mit dem Gefühl, zwischen Kommunalwahlkampf, Bundestagswahl und Landtagswahl zerrieben zu werden. Gleichzeitig erwarten wir von ihnen, dass sie Mitglieder gewinnen, Veranstaltungen organisieren und Kampagnen stemmen. Das ist nicht nachhaltig. Mein Ziel: Der Landesverband muss Dienstleister für die Kreisverbände sein – nicht umgekehrt. Das heißt:
- Bessere Kommunikation nach unten: Keine Newsletter, sondern echte Feedbackschleifen. Was braucht ihr? Was funktioniert? Was nervt?
- Praxisnahe Unterstützung: Materialien, die ankommen. Schulungen, Kampagnenbausteine, die man vor Ort anpassen kann.
- Respekt für ehrenamtliche Arbeit: Wer neben Job und Familie auch noch Kreisvorstand ist, hat keine Zeit für 50-seitige Konzeptpapiere. Wir brauchen klare Prioritäten, kurze Wege, schnelle Entscheidungen.
Ich kenne beide Seiten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Landesverband Dinge beschließt, die vor Ort nicht umsetzbar sind und ich weiß, wie wertvoll es ist, wenn jemand im Vorstand mitdenkt, was die Basis gerade braucht.
3. Teamgeist – gemeinsam stärker werden
Wir Grüne sind gut darin, Debatten zu führen. Manchmal zu gut. Wir diskutieren bis ins Detail, ja bis zur letzten Fußnote. Das ist unsere Stärke, aber auch unsere Schwäche. Denn am Ende zählt nicht, wer das beste Argument hatte, sondern ob wir geschlossen auftreten und unsere Botschaften ankommen.
Mein Ziel: Wir brauchen eine Kultur, die alle Mitglieder einbindet und ihre Stärken nutzt. Wir sind so viele wie nie zuvor. Das ist eine Riesenchance. Aber nur, wenn wir es schaffen, dieses Potenzial tatsächlich zu heben durch klare Aufgaben, niedrigschwellige Beteiligung und echte Wertschätzung. Wenn wir zeigen, dass wir als Team funktionieren – über Flügel, Generationen und Regionen hinweg –, dann überzeugt das mehr als jede Kampagne. Ich will im Erweiterten Landesvorstand genau diese Rolle einnehmen: Brückenbauer zwischen Basis und Spitze, zwischen Stadt und Land, zwischen Pragmatismus und Vision. Nicht der, der am lautesten ist, sondern der, der zuhört und zusammenbringt.
Was uns jetzt erwartet
Wir haben in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren viel erreicht. Aber wir wissen auch: Die nächsten Jahre werden härter. Bundesweit stehen wir unter Druck. Die gesellschaftliche Stimmung ist rauer. Die Erwartungen an uns sind hoch und die Bereitschaft, uns Fehler zu verzeihen, ist gering.
Aber genau deshalb ist jetzt der richtige Moment für Aufbruch. Wir wissen, was funktioniert: Haltung zeigen, Gespräche führen, Vertrauen aufbauen. Nicht online, sondern vor Ort. Nicht in der Bubble, sondern bei den Menschen.
Ich möchte im Erweiterten Landesvorstand dazu beitragen, dass wir diesen Weg gehen. Mit Mut, mit Teamgeist und mit dem Respekt vor allen, die diese Partei jeden Tag tragen – in Ortsverbänden, in Kreisvorständen, in Räten, in Arbeitsgemeinschaften.
Biografische Daten
Kurzvita
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Geboren 1986 in Ludwigshafen
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Aufgewachsen in Schifferstadt, seit 2018 wohnhaft in Ludwigshafen
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2006 Abitur am Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum Schifferstadt
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2009 abgeschlossene Ausbildung zum Industriekaufmann, seitdem als kaufm. Angestellter tätig bei BASF SE
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2016 Bachelor of Arts in Business Administration an der FOM Mannheim
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2021 Master of Science in Wirtschaftspsychologie an der FOM in Mannheim
Politisches Engagement
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Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Ludwigshafen, seit 2020
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Sprecher des Kreisverbands 2021 bis heute
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Seit 2024 Mitglied im Ortsbeirat Süd
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2024 - 2025 Mitglied im Stadtrat Ludwigshafen
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2024 - 2025 Mitglied im Aufsichtsrat der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL)
Ehrenamt
- IGBCE - Bezirk Ludwigshafen
- BUND
- NABU
- bürgerINenergie eG
- Ehrensenator KV Rheinschanze