| Veranstaltung: | Landesdelegiertenversammlung (LDV) am 9. Mai 2026 in Idar-Oberstein |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Wahlen Erweiterter Landesvorstand |
| Antragsteller*in: | Martin Heitfeld (KV Alzey-Worms) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.05.2026, 20:50 |
eLaVo-13: Martin Heitfeld
Position
Erweiterter Landesvorstand
Bewerbung
Nachhaltige Politik braucht eine nachhaltige Basis
Bewerbung für den erweiterten Landesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz
Liebe Freundinnen und Freunde,
eine Partei, die für nachhaltige Politik steht, muss auch ihre eigene Basis nachhaltig aufbauen. Genau deshalb bewerbe ich mich für den erweiterten Landesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz.
Ich bin Anfang 2024 Mitglied unserer Partei geworden und seit April 2024 Sprecher der GRÜNEN in der Verbandsgemeinde Wörrstadt. Seitdem habe ich erlebt, wie viel Kraft, Zeit und Herzblut Menschen vor Ort in grüne Politik investieren: an Infoständen, im Haustürwahlkampf, in Sitzungen, bei Veranstaltungen, in Orts- und Kreisverbänden.
Ich habe aber auch gesehen, wie schnell Ehrenamt an Grenzen kommt. Viele Kreis- und Ortsverbände tragen große Verantwortung mit wenigen Aktiven. Webseiten müssen gepflegt, Social-Media-Kanäle bespielt, Veranstaltungen organisiert, Wahlkämpfe vorbereitet, Mitglieder eingebunden und politische Inhalte sichtbar gemacht werden. All das geschieht oft neben Beruf, Familie und Alltag.
Ich kenne diese Realität auch persönlich. Neben Vollzeitarbeit, Familie mit zwei Kindern, der Sanierung unseres Hauses und der Parteiarbeit weiß ich, wie kostbar ehrenamtliche Zeit ist. Deshalb bin ich überzeugt: Ehrenamtliche Strukturen müssen so schlank, wirksam und unterstützend wie möglich sein. Unsere Zeit sollte nicht in unnötigem Verwaltungsaufwand versanden, sondern dort wirken, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen.
Junge Menschen gewinnen und junge Strukturen stärken
Ein Thema liegt mir besonders am Herzen: Wir müssen junge Menschen wieder stärker für grüne Politik gewinnen.
Die letzten Wahlen haben gezeigt, dass junge Menschen nicht automatisch grün wählen. Junge Frauen finden derzeit häufig andere linke Angebote überzeugender, während junge Männer erschreckend offen für rechte und rechtsextreme Erzählungen sind. Das darf uns nicht kaltlassen.
Wenn wir junge Menschen zwischen 14 und 25 heute nicht erreichen, fehlen sie uns morgen: als Mitglieder, als Wahlkämpfer*innen, als Kandidierende, als Vorstände, als kreative Köpfe und als kritische Stimmen in unserer Partei.
Gerade viele Kreisverbände außerhalb der großen Städte erleben, dass ihre Strukturen älter werden. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber politisch auf Dauer gefährlich. Eine gesunde junge Basis ist der Sockel, auf dem nachhaltige grüne Politik ruhen muss.
Dafür reicht es nicht, junge Menschen nur kurz vor Wahlen anzusprechen. Wir müssen ihnen Räume geben, in denen sie grüne Politik erleben, ausprobieren und mitgestalten können: niedrigschwellig, ernst gemeint und vor Ort.
Ich möchte mich im erweiterten Landesvorstand dafür einsetzen, gemeinsam mit der GRÜNEN JUGEND, Kreisverbänden und Ortsverbänden einen landesweiten Werkzeugkasten für junge grüne Strukturen vor Ort anzustoßen: mit Vorlagen für Jugendveranstaltungen, Social-Media-Bausteinen, Mentoringformaten, Best-Practice-Sammlungen und niedrigschwelligen Aktionsideen, die auch kleinere Verbände ohne große Ressourcen umsetzen können.
Junge Menschen sind nicht nur Zielgruppe. Sie müssen Mitgestalter*innen sein.
Ehrenamt und Kreisverbände praktisch unterstützen
Im Wahlkampf und in der organisatorischen Arbeit vor Ort habe ich erlebt, wie wichtig funktionierende Strukturen sind. In der Verbandsgemeinde Wörrstadt haben wir die Fusion des Ortsverbands Stadt Wörrstadt mit dem Ortsverband in der Verbandsgemeinde umgesetzt. Unser Ziel war klar: Doppelstrukturen abbauen, Verwaltungsaufwand verringern und unsere Kräfte stärker auf aktive politische Arbeit konzentrieren.
Denn genau darum geht es: Unsere Energie sollte in Gespräche, Veranstaltungen, Wahlkampf, kommunale Initiativen und gute grüne Ideen fließen — nicht in unnötige Parallelstrukturen.
Ich möchte im erweiterten Landesvorstand daran mitarbeiten, dass gute Ideen aus Kreis- und Ortsverbänden gesammelt, aufbereitet und für andere nutzbar gemacht werden. Nicht jeder Verband muss eigene Jugendformate, Social-Media-Abläufe, Veranstaltungsformate oder Wahlkampfmaterialien neu entwickeln. Was funktioniert, sollte sichtbar, teilbar und übertragbar werden.
Der Landesverband sollte Kreis- und Ortsverbände praktisch unterstützen: mit verständlichen Vorlagen, übertragbaren Konzepten, digitaler Unterstützung, klaren Kommunikationswegen und ehrlichem Austausch darüber, was vor Ort wirklich funktioniert.
Ich sehe den erweiterten Landesvorstand dabei als Brücke zwischen Landesverband und Basis: zuhören, gute Ideen aufnehmen, Bedarfe sichtbar machen und Unterstützung dorthin bringen, wo sie gebraucht wird.
Gerade kleinere Verbände dürfen nicht das Gefühl haben, alles allein stemmen zu müssen. Der Landesverband muss Ehrenamt ermöglichen, erleichtern und stärken.
Grüne Politik verständlich machen
Wir haben starke Inhalte. Wir haben gute Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Mobilität, Wirtschaft, Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Aber gute Inhalte überzeugen nur, wenn sie verstanden werden.
In einer Zeit, in der Extreme laut rufen, einfache Schuldige präsentieren und Menschen gegeneinander ausspielen, brauchen wir eine Politik der demokratischen Mitte, die klar in der Haltung und offen im Gespräch ist. Eine Politik, die faktenbasiert ist und trotzdem Herz hat. Eine Politik, die nicht von oben herab erklärt, sondern zuhört, ernst nimmt und Brücken baut.
Mir reicht es nicht mehr, mich nur über die politische Lage aufzuregen. Ich möchte mithelfen, dass wir stärker werden: als demokratische Kraft, die Dialog sucht, Konsens und Konsent ermöglicht und für ein gutes Leben aller Menschen kämpft — unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Lebenssituation oder politischer Vorerfahrung.
Gerade in Verbandsgemeinden wie Wörrstadt zeigt sich, wie konkret Politik wird: bei Mobilität, Wohnen, Landwirtschaft, Energiewende, Familien, Vereinen, Schulen, Kitas und kommunaler Infrastruktur. Wenn grüne Politik dort verständlich, nahbar und verlässlich auftritt, kann sie Vertrauen gewinnen.
Deshalb möchte ich daran mitarbeiten, dass wir unsere Inhalte besser übersetzen: in klare Sprache, in alltagstaugliche Beispiele und in Formate, die Menschen auch außerhalb unserer eigenen Blase erreichen.
Was ich einbringen möchte
Ich bin 36 Jahre alt, wohne in Armsheim, bin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Beruflich arbeite ich bei der Bundesnetzagentur in Mainz als Teamleiter Qualitätssicherung im Bereich Telekommunikationsregulierung.
In meiner beruflichen Arbeit geht es darum, komplexe Verfahren zu strukturieren, Qualität zu sichern, unterschiedliche Akteure zusammenzubringen und klare Abläufe zu schaffen. Diese Erfahrung prägt auch meinen politischen Blick: Gute Ziele brauchen gute Strukturen. Gute Ideen brauchen verständliche Kommunikation. Und gute Zusammenarbeit braucht Verlässlichkeit.
Ich kandidiere nicht, weil ich glaube, auf alles bereits fertige Antworten zu haben. Ich kandidiere, weil ich mitarbeiten möchte: an einer Partei, die aus der Opposition heraus neue Kraft entwickelt; an Strukturen, die unsere Ehrenamtlichen stärken; an einer Kommunikation, die Menschen erreicht; und an einer jungen Basis, die grüne Politik in die Zukunft trägt.
Nach dem Verlust der Regierungsbeteiligung braucht es frischen Wind, neue Ideen und den ehrlichen Blick darauf, welche Strukturen in der Fläche wirklich funktionieren. Wir müssen laut sein gegen Rückschritte in der nachhaltigen Politik, die wir GRÜNE in Rheinland-Pfalz über viele Jahre geprägt haben. Und wir müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass unsere Mitglieder vor Ort die Werkzeuge, die Unterstützung und die Motivation haben, um Menschen für unsere Ideen zu gewinnen.
Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir als GRÜNE in Rheinland-Pfalz wieder stärker werden: jünger in unseren Strukturen, klarer in unserer Sprache und verlässlicher in der Unterstützung unserer Ehrenamtlichen.
Dafür bitte ich euch um euer Vertrauen und eure Stimme.
Herzliche Grüße
Martin Heitfeld
Biografische Daten
Kurz-Vita
Martin Heitfeld
36 Jahre
Wohnort: Armsheim
verheiratet, zwei Kinder
Beruflicher Hintergrund
-
Studium der Rechtswissenschaften in Bayreuth
-
anschließend selbständige Beratung von Unternehmen mit Bezug zum chinesischen Markt
-
Eintritt in den Staatsdienst und Abschluss als Diplom-Rechtspfleger
-
Tätigkeit am Amtsgericht München
-
seit April 2024 bei der Bundesnetzagentur in Mainz
-
Teamleiter Qualitätssicherung im Bereich Telekommunikationsregulierung
Politisches Engagement
-
seit Anfang 2024 Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
-
seit April 2024 Sprecher der GRÜNEN in der Verbandsgemeinde Wörrstadt
-
aktive Mitarbeit im Kreisverband Alzey-Worms
-
aktive und organisatorische Mitwirkung im Landtagswahlkampf
-
Infostandarbeit und Haustürwahlkampf
-
Mitwirkung an der Fusion der grünen Ortsverbandsstrukturen in der Verbandsgemeinde Wörrstadt zur Verschlankung von Strukturen und Stärkung aktiver politischer Arbeit